Wochenspiegel-Kolumne: Nicht nur die Feuerwehr

Ich könnte ja fast darauf wetten, dass sie in den Kolumnen rechts und links vieles zum aktuellen Zustand der Berufsfeuerwehr lesen können. Natürlich ist es richtig, dass die derzeitigen Probleme im Zusammenhang mit der Rückkehr des Feuerwehrchefs Schun wichtig sind und ausgeräumt werden müssen. Aus meiner Sicht sollte man die Entwicklungen aber nicht nur isoliert, sondern in einem größeren Kontext betrachten. Wenn nämlich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr und dem dortigen Chef, Marc Denzer, vergleichbare Zustände herrschen, dann scheint es grundlegende Probleme bei der Personalpolitik und dem Personalmanagement der Verwaltungsspitze zu geben.

 

So hatte Oberbürgermeisterin Britz nämlich nicht nur Monate lang Zeit, ein Konzept dafür zu entwickeln, wie sie die Konflikte in der Feuerwehr angehen will. Sie gibt sich auch seit Jahren damit zufrieden, dass der zuständige Dezernent, Harald Schindel, ein Totalausfall ist. Der Eigenbetrieb IKS, für den er verantwortlich ist, schreibt seit Jahren rote Zahlen. Beim Stadionneubau lässt sich Schindel als Sportdezernent vorführen. Als Sozialdezernent traute man ihm die Organisation der ankommenden Flüchtlinge nicht zu. Und bei der Feuerwehr ist er als Sicherheitsdezernent bestenfalls unbeteiligter Zuschauer. Wen wundert es da noch, dass eine Oberbürgermeisterin, die einen solchen Dezernenten duldet, mit den Konflikten bei der Feuerwehr überfordert ist?