Wochenspiegel-Kolumne: Verschenktes Potenzial

Als ich neulich von der Arbeit zur Ausschusssitzung fuhr und dabei Deutschlandfunk hörte, staunte ich nicht schlecht. Mehrere wissenschaftliche Themen hintereinander befassten sich entweder mit den Forschungsergebnissen saarländischer Wissenschaftler oder ließen Vertreter der Saar-Uni und der hier ansässigen Institute zu Wort kommen. Die Themen, mit denen das Saarland und Saarbrücken bei bundespolitischen Diskussionen in Verbindung gebracht werden, sind aber ganz andere: Pro-Kopf-Verschuldung, Prostitution, Einwohnerrückgang. Da fragt man sich doch, wieso wir es nicht hinbekommen, mit positiven Themen wahrgenommen zu werden. Schließlich hat unsere Region besonders mit der Universität und den ansässigen Instituten extrem viel zu bieten.

 

Nicht nur die künftige Helmholtz-Neuansiedlung, sondern auch schon die jetzigen Einrichtungen wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das CISPA − Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit oder das Frauenhofer Institut sind Aushängeschilder, die auf ihrem Gebiet überragende Arbeit leisten und unter Fachleuten hohes Ansehen genießen. Es ist an der Zeit, dass wir endlich selbstbewusst über die Stärken unserer Region sprechen und die Neuansiedlungen nutzen, um Attraktivität und Lebensqualität in unserer Stadt und den Außenbezirken wieder zu erhöhen. Auch wenn so manche Kandidatin lieber über die Probleme unserer Stadt spricht, als über ihre Chancen.