Wochenspiegel-Kolumne: Gute Rodung – Schlechte Rodung?

Manche Forderungen klingen nur isoliert schlüssig. Wenn man sie aber mit anderen Forderungen derselben Partei vergleicht, dann erkennt man oft Widersprüche, manchmal sogar eine Doppelmoral. Wie bei den Grünen etwa, die nach außen oft als bildungsfreundlich auftreten wollen. Wenn dann aber mit dem Helmholtz-Institut und anderen Einrichtungen Bedarf an Baugrundstücken an der Saar-Uni wächst, dann sieht man die Neuansiedlungen plötzlich kritisch. Dass man gleichzeitig großen Windkraftanlagen zustimmt, obwohl hierbei pro Mast bis zu einem Hektar Waldfläche samt Stromtrassen und Zufahrtswege verloren geht, und dass so vorher weitgehend geschlossene Wälder zerstückelt und in ihrer Funktion beeinträchtigt werden, das spielt für die Grünen keine Rolle.

Auch bei städtischen Bauvorhaben wie am Heidenkopf oder am Triller hört man von den Grünen keine Bedenken hinsichtlich der Bäume und Wälder. Komisch, dass sich die Grünen nur zu Wort melden, wenn es darum geht, gegen wichtige Ansiedlungen Stimmung zu machen. Ich gehe jede Wette ein, dass man von ihnen kein Sterbenswörtchen gehört hätte, wenn der Wald nicht zugunsten wichtiger Institute, sondern für ein paar Windräder geopfert worden wäre. Gute Rodung – schlechte Rodung, je nach ideologischem Nutzen? In der grünen Welt macht das wohl irgendwie Sinn, eine sinnvolle Politik lässt sich so aber nicht umsetzen.