Wochenspiegel-Kolumne: Stadtrat vom Papier befreien!

Als Stadtverordneter erhält man pro Woche im Schnitt ca. drei bis fünf Einladungen zu Veranstaltungen. Im Jahr sind das etwa 200 Briefe. In einer fünfjährigen Amtszeit 1.000. Bei 63 Stadtratsmitgliedern über 60.000. Da sind natürlich die Einladungen zu Ausschusssitzungen und Beiräten sowie zum Stadtrat nicht mitgezählt. Bei knapp unter 200 Sitzungen im Jahr mit jeweils neun Teilnehmern aus den Fraktionen (pro Stadtratssitzung natürlich 63 Mitglieder) sind das in fünf Jahren weit über 10.000 Umschläge, die an die Ratsmitglieder verschickt werden. Zigtausend Mal müssen Mitarbeiter also Einladungen und Unterlagen eintüten und verschicken, von den Portokosten mal ganz abgesehen.

 

Es ist daher an der Zeit, dass die Verwaltung die interne Kommunikation, auch mit den Ratsmitgliedern, komplett digitalisiert. Die so freiwerdenden Stunden und Mittel könnte man investieren, um den Bürgern einen besseren Service anzubieten. Durch die digitale Bereitstellung würden sich ferner Probleme wie Farbdruck, Druckgröße und das Herumsuchen in Unterlagen erledigen, man hätte ja eine praktische Suchfunktion. Bis auf die FDP gibt es aber keine komplette Fraktion, die die bisher freiwillige Möglichkeit der Digitalisierung genutzt hat. Der Rat sollte unserem Beispiel endlich folgen, um seine Arbeit effektiver zu machen und gleichzeitig wichtige finanzielle und personelle Ressourcen in der Verwaltung freizusetzen!