Wochenspiegel-Kolumne: AKK – Saarländische Sippenhaft?

Vielleicht haben Sie es auch gesehen: Kurz, nachdem sie zur neuen Bundesvorsitzenden der CDU gewählt worden ist, war Annegret Kramp-Karrenbauer zu Gast bei „Anne Will“. Dabei ging es nicht nur um ihre Wahl und die Zukunft, sondern auch um ihre bisherige Bilanz als Ministerpräsidenten des Saarlandes. Der Wirtschaftsjournalist und ehemalige Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart konfrontierte „AKK“ damit, dass das Saarland unter den Flächenbundesländern bei der Verschuldung an der Spitze liegt und ein „armseliges“ Bruttosozialprodukt aufweise.

 

Die neue CDU-Bundesvorsitzender entgegnete, dass sie die Aussagen den Saarländern gegenüber im höchsten Maße despektierlich finde. Die Saarländer? Dafür, dass der Skandal Vierte Pavillon in ihre Amtszeit als zuständige Ministerin fiel, für massive Einsparungen an der Uni bis hin zur Schließung des botanischen Gartens, für verschlafene Strukturreformen und die durch Ford wieder schmerzlich deutlich gewordene Abhängigkeit von den verlängerten Werkbänken externer Unternehmen, für marode Brücken und trotz zur Verfügung stehender Bundesmittel nicht durchgeführte Infrastrukturprojekte und für vieles mehr trägt AKK als damalige Regierungschef in die Verantwortung. Wieso kontert sie die Kritik an Ihrer Bilanz nicht in der Sache? Wieso versteckt sie sich hinter den Saarländern? Das jedenfalls finde ich despektierlich!