Wochenspiegel-Kolumne: Das deutsche Diesel-Desaster

In immer mehr Städten werden Diesel-Fahrverbote ausgesprochen, mit der A 40 im Ruhrgebiet nun sogar erstmals für eine Autobahn. Was für Öko-Aktivisten schöner als ihr Jahresendfest zu sein scheint, sorgt bei CDU und SPD für Ratlosigkeit. Wieso hinterfragt man nicht, warum in Deutschland Maßstäbe angelegt werden, die weit über die europäischen Anforderungen hinausgehen? Warum nimmt man hin, dass Messstationen vielerorts scheinbar gezielt an extrem belasteten Orten platziert werden, um möglichst schlechte Werte auszuweisen? Weshalb macht man sich keine Gedanken über die Auswirkungen auf die Verbraucher, die nun die Täuschung der Autoindustrie ausbaden sollen?

Geht es der GroKo um Umweltschutz? Wohl kaum. Wenn man sich anschaut, wie SPD und CDU dem Elektroauto-Pionier Tesla in Form der Ladesäulenverordnung oder bei der Umweltprämie Steine in den Weg legen, sieht man die wahre Absicht: den Schutz der deutschen Autoindustrie. Das geht sogar so weit, dass das Kraftfahrt-Bundesamt auf Kosten der Steuerzahler kürzlich einen Werbebrief für die deutsche Autolobby verschickt hat. Dort wird den Bürgern, die von VW, BMW oder Daimler getäuscht wurden, mitgeteilt, wo sie einen neuen Golf, 5er-BMW oder Mercedes kaufen können.

Man würde sich wünschen, dass die GroKo sich stattdessen um vernünftige Messwerte, plausible Messstellen und einen wirksamen Verbraucherschutz kümmern würde. Ein frommer Wunsch? Nun ja, es ist ja bald Weihnachten…