Wochenspiegel-Kolumne: Von Treuhändern und Prioritäten

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Ein Treuhänder ist ein Rechtssubjekt, das etwa gesetzlich dazu verpflichtet ist, die Interessen eines anderen Rechtssubjekts wahrzunehmen. Auch Politiker haben die Pflicht, mit den öffentlichen Mitteln, die ihnen anvertraut werden, im Sinne der Bürger umzugehen und deren Interessen wahrzunehmen. Theoretisch zumindest.

Praktisch scheint damit so mancher ein Problem zu haben. So wurde kürzlich von der Saarbrücker Verwaltung eine Klausurtagung im Parkhotel Weiskirchen für bis zu 18.000 Euro durchgeführt. Natürlich ist es legitim, die Arbeit der Verwaltung optimieren und ein wenig Team-Building betreiben zu wollen. Aber Jahr für Jahr fehlt Saarbrücken Geld, um die Jugendarbeit von Vereinen stärker zu fördern. Jahr für Jahr steigen die Belastungen der Bürger, weil Geld fehlt. Wenn die Verwaltung dann für Ihre eigene Klausurtagung 18.000 Euro übrighat, muss die Frage gestattet sein, ob hier die richtigen Prioritäten gesetzt werden.

Ich erwarte von der Stadtverwaltung mehr Demut. In einer finanziell dermaßen verschuldeten Stadt muss man abwägen, welche Kosten erforderlich und welche verzichtbar sind. Schließlich hat das Saarbrücker Rathaus auch sehr schöne Räumlichkeiten, in denen konstruktiv gearbeitet werden kann. Die bis zu 18.000 Euro für die Klausurtagung hätte die Stadt an anderer Stelle besser investieren können. Dann wäre die Verwaltung auch ihrer Rolle als Treuhänder besser gerecht geworden.
Fraktionsvorsitzender: Tobias Raab[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]