Wochenspiegel-Kolumne: Ideenlose Verhinderungspolitik

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Wieder einmal konnte man diese Tage in den Zeitungen lesen, dass es im Fall der nächtlichen Lärmbelästigung im Nauwieser Viertel abermals mächtig Ärger bei einer Gruppe von Anwohnern gab. Mittlerweile haben 60 von ihnen einen an die Politik adressierten Protestbrief unterschrieben. Die Verwaltung reagierte unmittelbar mit dem Vorschlag, sich mit den ansässigen Wirten zusammen zu setzen, um eine Lösung zum Ausgleich der verschiedenen Interessen zu finden.

Zum einen können die Anwohner natürlich nicht die Umgebung eines idyllischen Landhauses erwarten, zum anderen sollten die Kneipenwirte dafür sorgen, dass der Lärmpegel und die Hinterlassenschaften ihrer Gäste nicht überhandnehmen. Die Stadtverwaltung ist da aber nicht ganz außen vor und muss sich kritisch hinterfragen, ob ihre ideenlose Verhinderungspolitik im Viertel nicht kontraproduktiv ist. So verhindert eine Veränderungssperre jegliche zusätzliche Gastronomie. Vielleicht würden ja nicht so viele Leute auf der Straße stehen, lärmen und feiern, wenn es genug Platz in den Kneipen gäbe. Eine weitere Idee zur Entschärfung der Lärmproblematik mit Anwohnern zu später Stunde, wäre einmal wirklich zu untersuchen, ob man nicht das seit Jahren leerstehende alte Messegelände für eine gastronomische Verwendung erschließen kann. Noch scheut sich die Verwaltung vor solchen Gedanken. Ein Projekt wie dieses wäre saarlandweit einzigartig, aber wohl doch zu erfolgreich für das Saarbrücker Rathaus.

Autor: Karsten Krämer
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