Wochenspiegel-Kolumne: Die DSGVO: Fluch oder Segen?

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Am vergangenen Freitag ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Eigentlich mit noblen Zielen und richtigen Ideen gestartet schießt sie leider in vielen Bereichen über das Ziel hinaus. Zum Leidwesen von Ehrenamtlern und kleiner Unternehmer. 
Das Ziel der DSGVO ist es, den Schutz persönlicher Freiheiten und einen einheitlichen Rahmen für den Verkehr von Daten in der EU miteinander in Einklang zu bringen. So weit, so gut. Richtig ist es auch, dass man mit vielen Vorschriften (dem Recht auf Datenportabilität, dem hohen Bußgeldrahmen und den erhöhten Organisationspflichten) den großen US-Konzernen Druck machen will, damit sie die Rechte europäischer Verbraucher endlich ernster nehmen. Ausbaden dürfen die gesetzlichen Ungenauigkeiten und die anfängliche Ungewissheit aber Ehrenamtler und Kleinunternehmer, die von den Strafen deutlich stärker beeinträchtigt wären, als Google oder Facebook. Und neben Bußgeldern drohen auch noch Abmahnwellen, bei denen ohnehin „die Kleinen“ ein leichteres und lukrativeres Ziel sind als die Großkonzerne. 

Es ist schade, dass die DSGVO keine Rücksicht auf Vereine und Kleingewerbe nimmt. Nun bleibt nur abzuwarten, wie sich die Abmahnungen, Bußgelder und Behördenentscheidungen entwickeln. Mit der Angst vor den Folgen der DSGVO und den Massen an Infoschreiben und Einwilligungsbögen hat man aber eher Frust geweckt, als für den Datenschutz zu werben.
Autor: Tobias Raab

 

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