Wochenspiegel-Kolumne: Das ewige Hamsterrad

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Es ist wirklich schön ab und zu mal dem Alltag zu entfliehen und sich in den Urlaub zu verabschieden. Man kann ferne Länder erkunden, andere Sitten und Bräuche kennen lernen. Der Kopf kann sich endlich wieder aus dem Hamsterrad befreien, in dem wir uns täglich abstrampeln. Dank WLAN und Internet im Hotel riskiere ich dann doch ab und zu den ein oder anderen Blick auf das, was sich so in Deutschland tut. Um es ganz ehrlich zu sagen sind für mich mittlerweile die meisten politischen Diskussionen in den Medien derart absurd und zum Fremdschämen. Da gibt sich eine CSU im bayerischen Landtagswahlkampf als neue Kreuzritterpartei und versucht sich als letzter Verteidiger einer schwindenden deutschen Kultur. Bei Kirchenvertretern kam das überhaupt nicht gut an, dass das Kreuz als Symbol der Christen zum Stimmenfang missbraucht wird. Und waren es nicht die Bayern, die Ihre Kultur derart erfolgreich verbreitet haben, dass mittlerweile Menschen auf der ganzen Welt ein Dirndl oder eine Lederhose besitzen und zum Oktoberfest nach München fahren? Und was ist schon die offizielle Definition von deutscher Kultur? Darunter versteht doch jeder etwas anderes. Für den einen sind es Schiller und Goethe, für den anderen vielleicht Sauerkraut, Brezeln, Bier und am Sonntag in die Kirche, oder Ballermann, Sangria und Tennissocken. Da braucht man doch wirklich keine gesellschaftlichen Spalter, die vorgeben wollen, wer oder was dazu gehört, oder auch nicht.
Autor: Karsten Krämer[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]