Wochenspiegel-Kolumne: Prinzipien statt Pöstchen

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Der Aufschrei war groß, als die FDP die Gespräche zu Jamaika abbrach. Vor allem von Grünen und CDU/CSU, die scheinbar so gern miteinander regiert hätten. Angeblich sei man kurz vor einer Einigung gewesen. Doch wenn man genauer hinschaut, dann erkennt man, dass dies nicht stimmt.
So gab es noch 237 (!) Punkte, bei denen sich die Parteien nicht einigen konnten oder gar widersprüchliche Positionen vertraten. Das Sondierungspapier kann man übrigens unter www.fdp.to/mpv2 nachlesen. Es gab keinen gemeinsamen Geist für Jamaika und – wie viele Interviews zeigten – auch kein Vertrauen. Alle hatten eigentlich gespürt, dass die vier Gesprächspartner keine gemeinsame Vorstellung von der Modernisierung unseres Landes entwickeln konnten. Wie verantwortungslos wäre es, eine solche Koalition einzugehen?
Am wichtigsten aber: Wir Freie Demokraten sind fest davon überzeugt, dass unser Land eine Bildungsreform, Mut zur Digitalisierung, eine Entlastung der Bürger und eben keine europäische Transferunion braucht. Manchen wäre es lieber gewesen, Christian Lindner hätte hingenommen, dass sich in diesen Punkten so gut wie nichts bewegt, und sich mit Vizekanzlerschaft und Ministerposten zufriedengegeben. Ich finde es hingegen vorbildlich, dass er Prinzipien den Vorzug vor Posten gegeben hat. Es gibt schließlich schon genug Politiker, die für Regierungsämter nach der Wahl schnell vergessen, was sie zuvor versprochen haben.
Autor: Tobias Raab[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]