Wochenspiegel-Kolumne: Zeit für den Bürokratexit!

[vc_row][vc_column][vc_column_text css=“.vc_custom_1535615824168{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}“]Saarbrücken, den 30.06.2016

Vergangene Woche haben sich die Briten mehrheitlich für den Austritt aus der EU, den sog. „Brexit“, entschieden. Scheinbar gab vor allem die Ablehnung der Brüsseler Bürokratie den Ausschlag, gepaart mit dem Willen der Briten, ihr Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Natürlich gibt es Reformbedarf in der EU. Das Parlament hat zu wenig Einfluss, die Bürokraten zu viel. Bei kleinen Fragen, bspw. den Ölkännchen im Restaurant, spielt sich die EU auf. Bei großen Fragen, wie der Flüchtlingskrise, ist sie ein Zwerg. Sie kostet Geld, überreguliert vieles und ist schwer zu verstehen. Aber sie ist eben auch ein Friedensprojekt, das für Freizügigkeit und Freiheit steht, für offene Grenzen und offene Herzen, für Freundschaft statt jahrhundertelanger Feindschaft.

In kaum einer Stadt sollte man diese Errungenschaften so sehr schätzen wie in Saarbrücken. Wir dürfen in Freundschaft mit unseren französischen Nachbarn leben, profitieren vom Austausch miteinander: wirtschaftlich, aber auch kulturell oder gesellschaftlich. Wo früher Abschottung und Hass herrschten, gibt es heute grenzüberschreitende Arbeits-, Geschäfts- und Lebensmodelle. Diese Erfolge sollten wir nicht kampflos den Nationalisten und Kleinstaatlern opfern. Wir sollten den Brexit zum Anlass nehmen, um die EU zu verbessern. Damit sie sich aus Wesentliche konzentriert, ihren Mitgliedstaaten mehr Freiheiten lässt und die Bürokratie zurückschraubt.

Autor: Tobias Raab[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]